Modell des Stufenplans

Vorgehensweise Teilnehmerkreis des Gesprächs

Einstieg in den Stufenplan

Klassenkonferenz

Erste Stufe:
1. Aufzeigen von Verhaltensbeanstandungen
2. Vereinbarungen über Verhaltensbeanstandungen (Schwerpunkte setzen)
3. neuen Gesprächstermin festlegen (nach ca. 2 Wochen), Ankündigung weiterer Gesprächsteilnehmer, falls sich nichts ändert
4. Inhalt des Gesprächs schriftlich festhalten und an die Eltern senden
5. Information an Klassenlehrer/in

Schüler
betroffene Lehrkraft oder Stufenplanlehrkraft

Zweite Stufe:
1. beanstandende Verhaltensweisen aufzeigen
2. schriftliche Mitteilung
3. Vereinbarung über Verhaltensänderung
4. Androhen von Konsequenzen nach Schulgesetz
5. neuer Gesprächstermin
6. Information an Klassenlehrer/in

Schüler
Eltern
Klassenlehrer oder Stufenplanlehrer

 
Dritte Stufe:
1. Darstellung des Problems
2. erneute Vereinbarung über Verhaltensänderung
3. Inanspruchnahme von Hilfe fordern
4. angedrohte Konsequenzen umsetzen
5. neuen Gesprächstermin festlegen
6. Information an Klassenlehrer/in

 

Schüler
Eltern
Klassenlehrer oder Stufenplanlehrer
Schulleitung
evtl. Beratungs-Verbindungslehrer

 

Vierte Stufe:
1. Darstellung des Problems
2. erneute Vereinbarung über Verhaltensänderung
3. Inanspruchnahme von Hilfe fordern
4. zeitweiliger Schulausschluss, wenn keine Veränderung im Verhalten eintritt
5. neuen Gesprächstermin festlegen
6. Information an Klassenlehrer/in

Schüler
Eltern
Klassenlehrer oder Stufenplanlehrer
Schulleitung
evtl. Beratungs-Verbindungslehrer
Jugendamt/Jugendhilfe

Fünfte Stufe:
1. endgültiger Schulausschluss
2. Information an Klassenlehrer/in

Schüler
Eltern
Klassenlehrer oder Stufenplanlehrer
Schulleitung
evtl. Beratungs-Verbindungslehrer
Jugendamt/Jugendhilfe

Stufenplan

Der Stufenplan

Oft sind wir sehr stark mit Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen belastet.
Um uns gegenseitig zu entlasten, aber auch um ein transparentes und juristisch korrektes Vorgehen für alle Beteiligten sicherzustellen, haben wir den Stufenplan eingeführt.
Hierin werden die einzelnen Schritte bei Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen entsprechend dem § 90 geregelt. Er bietet Chance und Hilfe zu Veränderung.

Der Stufenplan

  • soll die Schüler dabei unterstützen, nicht aus der Schulgemeinschaft zu fallen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
  • soll die Lehrer dabei unterstützen, durch die Beschäftigung mit problematischen Schülern nicht die Verantwortung für die gesamte Klasse aus dem Auge zu verlieren.
  • soll die Konsequenzen für das Fehlverhalten eines Schülers für die Schüler, für alle Lehrer und für seine Eltern transparent machen.

 

Modell des Stufenplans

 

Coolness-Training

Wie cool bin ich? Wie werde ich cool?

Momentan wird an der Realschule Tiengen ein ganz besonderes Training angeboten. 16 Mädchen und Jungen aus der achten und neunten Klasse treffen sich einmal wöchentlich zum „Coolness-Training CT ® “ mit dem Sozialarbeiter Balder Wentzel aus Laufenburg und Frau Isele von der Realschule Tiengen.

Die Inhalte der dreistündigen Einheiten dienen der Gewaltprävention und der Förderung bzw. Stärkung der Opfer. Aber auch die Täter sollen mit Situationen konfrontiert und für ihre Opfer sensibilisiert werden. Als weitere Personengruppe werden die Zuschauer angesprochen, deren Zivilcourage gefördert werden soll.

Hierbei wird mit Hilfe von Rollenspielen und Kooperationsaufgaben, aber auch mit Konfrontation gearbeitet. Ziele sind, die soziale Entwicklung der Jugendlichen zu stärken, das Verantwortungsgefühl zu intensivieren und den eigenen Umgang mit Stärken und Schwächen zu trainieren. Natürlich ist die Stärkung des Selbstbewusstseins dabei ein wichtiger Nebeneffekt "Niemand hat das Recht, den anderen zu verletzen, zu beleidigen oder auszugrenzen", erklärt Balder Wentzel als Leitspruch des Trainings.

Das Coolness-Training ist in acht Einheiten aufgeteilt, in denen die Jugendlichen auch an ihre Grenzen stoßen können. Sie werden mit Situationen konfrontiert, die ihnen persönlich sehr nahe gehen und üben einen friedlichen Umgang mit Gewalt. Wichtig ist für die Schüler außerdem, die Erlebnisse der einzelnen Trainingseinheiten zu reflektieren.

KonfliktKULTUR an der Realschule Tiengen

An der Realschule Tiengen arbeiten die Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen an einer KULTUR, in der Konflikte nicht vermieden oder gewaltsam ausgetragen, sondern als wertvolle Gelegenheit zur Entwicklung verstanden werden.
„Teamgeist” und „Soziale Kompetenz” sind zentrale Anliegen im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern. Zusammen den Klassen entwickeln wir faire Regeln des Zusammenlebens und achten auf deren Einhaltung. Erfahrungsgemäß geht es dabei vor allem um den Wunsch der Schüler/innen, von ihren Mitschülern nicht ausgelacht, beleidigt oder geschlagen zu werden.

1. Das erwarte ich von dir!

Regeln des Zusammen-Arbeitens

Ziel dieses Bausteins ist es, in einer Klasse oder Gruppe eine konstruktive Arbeitsatmosphäre, Wertebewusstsein und die Grundbedingungen für effektives Lernen zu schaffen. Die Lehrer/innen ziehen beispielsweise bei Fragen der Pünktlichkeit, der Hausaufgaben und bei Unterrichtsstörungen an einem Strang. Mit klaren Grenzen und Konsequenzen wollen wir das Recht aller Schüler/innen auf einen störungsfreien Unterricht umsetzen. Es gelten die folgende Regeln:

  1. Ich bin pünktlich zu Stundenbeginn an meinem Platz.
  2. Ich bringe das vereinbarte Arbeitsmaterial mit
  3. Ich mache meine Hausaufgaben sorgfältig und habe sie dabei.
  4. Nach dem Ruhesignal rede ich nur, wenn ich die Erlaubnis habe.
  5. Bei „Stopp” ist Schluss! Ich störe den Unterricht nicht.

 

2. Bei STOPP ist Schluss!

Regeln des Zusammen-Lebens

In diesem Baustein geht es darum, wie Kinder und Jugendliche darin unterstützt werden können, sich in der Klasse oder Gruppe eine Atmosphäre von Zusammenhalt, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung zu schaffen.

Im Klassenrat lernen die Schülerinnen und Schüler wie sie sich gewaltfrei und konstruktiv abgrenzen, um damit kleinere Konflikte selbst zu lösen.Sie übernehmen in der Gruppe oder Klasse Verantwortung für das soziale Klima und beeinflussen dieses positiv. Dabei werden Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit, Selbstverantwortung, Problemlösekompetenz, Selbstregulation und positive Selbstwahrnehmung angestrebt. Durch die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an den Prozessen in der Klasse werden das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt gefördert.

 

3. Wenn zwei sich streiten – hilft ein Dritter!

Mediation und Streitschlichtung

Viele Auseinandersetzungen enden in einer heftigen Auseinandersetzung, weil jede Konflikt-Partei in ihren Gefühlen verletzt ist und sich rächen möchte. Jeder ist in seiner Sicht der Dinge gefangen und sucht die Schuld beim anderen. Weil keiner bereit ist, als erster auf den anderen zuzugehen, können Missverständnisse nicht geklärt werden und die Fronten verhärten sich. Beide Seiten reagieren empfindlich, und beim geringsten Anlass gibt es neuen Streit.

In solchen Fällen hilft ein festes Konfliktlösungsritual wie die Mediation, die das Recht auf gewaltfreie Konfliktlösungen betont. Im Rahmen der Mediation lernen Kinder und Jugendliche mit Hilfe eines Vermittlers bzw. Mediators,
- ein gutes Gesprächsklima zu schaffen,
- sich konstruktiv auseinander zu setzen und zu kommunizieren,
- Einfühlungsvermögen und Selbstverantwortung zu entwickeln,
- fair zu verhandeln und gemeinsam Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten akzeptabel sind,
- verlässlich zu sein.

Mediation und Streitschlichtung

mediation[1].jpgWas heißt Mediation?

Wenn es Streit gibt, ist jeder auf seine Art verletzt. Jeder denkt der andere sei schuld. Um eine faire Lösung des Konflikts zu finden, muss jeder bereit sein einen kleinen Schritt auf den anderen zuzugehen. Dabei kann ein Gesprächsvermittler sehr hilfreich sein. Er hilft den Konfliktpartnern eine gemeinsame Lösung zu finden.

Mithilfe der Mediation lernen die Schülerinnen und Schüler Gefühle und Bedürfnisse zu reflektieren und darüber zu reden. Sie versetzen sich in die Lage anderer, versuchen Hintergründe und Ursachen von Konflikten zu verstehen und suchen nach Konfliktlösestrategien.

Die Teilnahme an der Mediation kann entweder freiwillig oder durch einen Lehrer vermittelt sein. Sie stellt aber keine Sanktion dar, sondern ist als Angebot der Schule zum Sozialen Lernen zu verstehen. Wir wollen alle Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen konstruktiv auf den Konfliktpartner zuzugehen und die Streitschlichtung an der Realschule Tiengen zu nutzen.

 

Schüler als Streitschlichter

Während des TOP-SE-Projekts der 8. Klassen werden Schülerinnen und Schüler zu Mediatoren und Mediatorinnen ausgebildet und übernehmen dann Streitschlichtungen der 5. und 6. Klasse. Beratend und unterstützend stehen ihnen natürlich die Lehrerinnen und Lehrer zur Seite, die die Mediationen in den höheren Klassen übernehmen.

 

Unsere aktuellen Schüler-Mediatoren 2018/2019

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Wie kann ich mir Hilfe bei den Streitschlichtern holen?

Eine Anmeldung zur Mediation funktioniert über unsere Sekretärin Frau Geng. Sie wird dann einen zeitnahen Termin mit euch und den Mediatoren vereinbaren. Außerdem findet ihr immer in der Großen Pause ein Mediations-Team am Pausenhofeingang! 

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